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Wenn die Seele nach der Flucht Hilfe benötigt

Das Psychosoziales Zentrum Niederrhein (PSZ) der AWO hat Anfang August die Arbeit in den neuen Räumen an der Seminarstraße 14 in Moers aufgenommen.

Da ist zum Beispiel die alleinreisende Frau aus Somalia. In ihrem Land wurde sie vergewaltigt und dabei schwanger. Die Familie bekam mit, was passiert war und sammelte Geld. „Du musst hier raus“, sagten sie. Die Frau flüchtete und schaffte es mit dem Schiff über das Mittelmeer und Italien nach Deutschland. Sie bekam das Baby hier, ist jetzt in Sicherheit. Doch was in der Heimat und auf der Flucht mit ihr passiert ist, ging nicht spurlos an ihr vorbei. Was geblieben ist, ist ein Trauma.

PSZ-Team

Jede der Flüchtlingsgeschichten ist anders, was ihnen gemein ist, ist ihre Tragik. Viele dieser Geschichten handeln von Krieg, Folter und Gewalt. Diese Menschen brauchen dringend Hilfe. Aber zum Therapeuten gehen, um das erlebte Leid aufarbeiten zu können, das geht nicht so einfach. Früher fuhren Betreuer aus Flüchtlingsheimen in der Region deshalb mit den Menschen nach Düsseldorf, neuerdings gibt es aber auch eine Anlaufstelle hier vor Ort: das Psychosoziale Zentrum Niederrhein.

Die Trägerschaft dieser neuen Einrichtung teilen sich die Diakonie und der AWO Kreisverband Wesel. Das vom Land NRW geförderte Zentrum wird in zwei Büros die gesamte Region Niederrhein betreuen. Das Psychosoziale Zentrum des Diakonischen Werkes Dinslaken, wird im September seine Arbeit aufnehmen und ist zuständig für den Bereich von Oberhausen bis Emmerich sowie die rechtsrheinischen Städte und Gemeinden des Kreises Wesel. Seit Anfang August kümmern sich am Standort Moers Diplom-Pädagogin Andrea Mierzwa und Psychologin (M.Sc.) Antonia Randolt um die Kreise Kleve, Viersen, Wesel – linksrheinisch sowie die linksrheinischen Stadtteile von Duisburg.

Die Menschen, die herkommen, sind traumatisiert, psychisch beeinträchtigt oder Folteropfer – nicht selten ist der Grad der Traumatisierung hoch. „Diese Menschen sind mit ihrer psychischen Erkrankung in den Flüchtlingsheimen nicht gut aufgehoben“, sagt Regelind Holzwarth, Leiterin der Abteilung Familienpolitik beim AWO Kreisverband Wesel.

Erster Schritt ist immer der Kontakt zur Diplom-Pädagogin. Sie nimmt die Fälle auf, prüft welche Hilfen für die jeweilige Person erforderlich sind und verweist die Menschen an die Psychologin. Je nachdem, wie schlecht es den Betroffenen geht, kann ein Gutachten des Teams zum Beispiel einen Asylantrag beschleunigen oder es den Menschen etwa ermöglichen, aus dem Flüchtlingsheim aus- und in eine eigene kleine Wohnung einzuziehen – und damit auch einen geschützteren Raum zu finden. Außerdem kann das Team zum Beispiel eine stationäre Therapie beantragen, damit einem Traumatisierten besser und schneller geholfen werden kann.

Wie viele Menschen das Psychosoziale Zentrum Niederrhein aufsuchen werden, das weiß zurzeit noch niemand. „Der Bedarf wird sehr, sehr groß sein“, sagt Regelind Holzwarth. Im Zentrum in der Düsseldorfer Altstadt, an das die Menschen bisher verwiesen wurden, waren die Wartezeiten lang. Dort finden jährlich etwa 400 Menschen aus über 40 Ländern Unterstützung. Auf Grund des immensen Bedarfs, ist man jetzt froh ein regionales psychosoziales Angebot zu haben. Doch auch hier werden sich sicherlich Wartezeiten nicht vermeiden lassen.

Geöffnet sein wird das Büro an der Seminarstraße 14 in Moers zunächst dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Weitere Termine nach Vereinbarung.

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Gemeinsamer Austausch ist wichtig – Bilgenur Zaman, Anne Frensch von der Flüchtlingsberatung, Antonia Randolt und Andrea Mierzwa vom PSZ. Foto: AWO KV Wesel/kdi



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Dipl.-Pädagogin Andrea Mierzwa

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AWO Psychosoziales Zentrum (PSZ)
Rheinberger Str. 33
47441 Moers
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Tel.: (02841) 1731376
Fax: (02841) 1731371
mierzwa.psz@awo-kv-wesel.de
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Psychologin (M.Sc.) Antonia Randolt

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