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Sozialverband VdK warnt vor Streichungen

Der Sozialverband VdK KV am Niederrhein hat einen offenen Brief an die Kreistagsfraktionen des Kreises Wesel geschrieben, in dem Stellung genommen wird zu den geplanten Haushaltskürzungen. Wir dokumentieren an dieser Stelle das Schreiben.

Offener Brief des VdK

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Verband der keine Zuwendungen vom Kreis Wesel bekommt oder beantragt hat, möchte der Sozialverband VdK, Kreisverband Am Niederrhein vor Streichungen und Abschmelzungen von Haushaltsmitteln im sozialen Bereich warnen.

Die Rahmendaten der demografischen Entwicklung des Kreises Wesel bis 2030 zeigen erhebliche Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung auf. Neben einem Zurückgehen der Gesamtbevölkerung wird die Bevölkerung der 65-80 Jährigen um ca. 30%, die der über 80 Jährige über 67% zunehmen.

Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Gestaltung des demografischen Wandels ist eine nachhaltige Finanzausstattung um demographiepolitische Maßnahmen entwickeln und umsetzen zu können.

Streichungen bei Beratungen wie „Förderung komplementäre Dienste, Gerontopsychiatrische Fachberatung“ verhindern eine aktive Gestaltung der Prozesse und werden sich in späterer Zeit als Fehler erweisen.

Die Gesellschaft wird in der Zukunft zunehmend auf Bürgerliches Engagement in vielen Bereichen unseres Lebens angewiesen sein. Streichung von Zuwendungen an den „Initiativfond“ ist das falsche Signal. Abschmelzen von Zuwendungen an Wohlfahrtsorganisationen die solche Ehrenamtliche Aktivitäten fördern und teilweise erst ermöglichen, ist eine Bestrafung des Ehrenamtes.

Zukünftig werden zusätzliche Aufgaben und Anforderungen aus der Gesundheitspolitik die kommunale Ebene erreichen, die Reduzierung des Haushaltsansatzes für die Gesundheitskonferenzen entspricht nicht der Verantwortung die der Kreis Wesel in der Gesundheitspolitik hat.

Der Sozialverband VdK bittet nachdrücklich, Soziale Verantwortung für eine zeit- und zukunftsgerechte Daseinsvorsorge zu übernehmen.

Mit freundlichem Gruß

Horst Vöge
Kreisverbandsvorsitzender



Info

Der VdK – vom Kriegsopferverband zum Sozialverband

Gegründet wurde der Sozialverband VdK Deutschland im Jahr 1950 unter dem Namen: „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.“

Aus den Ursprüngen des Sozialverbands VdK nach dem Zweiten Weltkrieg war das Leit­bild des Verbandes zu Recht geprägt aus der Situation der Kriegsopfer. Bedingt durch die sich wandelnden Bedürfnisse erstrecken sich die Handlungsfelder des Verbands auf im­mer mehr Bereiche der sozialen Sicherung.

Internet: www.vdk.de/kv-am-niederrhein