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AWO Flüchtlingsberatung

„Wir wollen Vertrauen aufbauen“

In ihren Heimatländern, unter anderem Eritrea, Serbien, Afghanistan, Ägypten, Kasachstan, Türkei, Sierra Leone oder Irak, werden sie aus politischen, religiösen oder ethnischen Gründen verfolgt. Für diese Menschen heißt der einzige Ausweg oft, in einem anderen Land Asyl zu beantragen - beispielsweise in Deutschland.

Viele Flüchtlinge sind traumatisiert; sie sprechen (noch) kein Deutsch und müssen unzählige bürokratische Hürden überwinden, um einen Asylantrag stellen zu können. Hier setzt die Flüchtlingsberatung der Arbeiterwohlfahrt an. Die Mitarbeiter bieten Begleitung bei Behördengängen an, vermitteln Dolmetscher und Anwälte und zeigen den Familien, an welche Einrichtungen sie sich wenden können, um weitere Unterstützung zu erhalten.

AWO Flüchtlingsberatung

„Die Flüchtlinge haben bereits viele Begegnungen mit Behörden hinter sich, deshalb sind sie häufig misstrauisch. Darum ist es für uns zunächst sehr wichtig, Vertrauen aufzubauen. Wir leisten ,Beziehungsarbeit‘", sagt Anne Frensch, die im Team mit Bilgenur Güzeldere und Özdilek Simsek beim AWO Kreisverband Wesel als Flüchtlingsberaterin arbeitet. „Niemand erzählt uns sofort seine ganze Geschichte, und so erfahren wir immer nur Schritt für Schritt, was einer Familie oder einer Person widerfahren ist", so Frensch.

Keine Geschichte gleicht der anderen, selbst wenn die Flüchtlinge aus demselben Land stammen. „Unsere Arbeit ist enorm einzelfallorientiert", sagt Regelind Holzwarth, die die Flüchtlingsberatung im Kreisverband Wesel koordiniert. Was die Flüchtlingsberater jedoch häufig tun: Sie empfehlen den Familien, mit einem Anwalt zusammenzuarbeiten. „Das Aufenthaltsrecht ist kompliziert, und ständig kommen neue Regelungen hinzu", sagt Özdilek Simsek. So gibt es unzählige Auflagen, die die Menschen, die gerade in Deutschland angekommen sind, beachten müssen: Sie dürfen z.B. nicht arbeiten und sich nur in einem bestimmten Gebiet bewegen. Für Menschen, die jetzt beispielsweise in Moers leben, ist das der Regierungsbezirk Düsseldorf.

Netzwerken ist ein wichtiger Faktor beim Thema Flüchtlingsberatung. „Wir arbeiten eng mit anderen Wohlfahrtsverbänden zusammen", betont Frensch. Auch zu den Ausländerbehörden bestehe ein guter Kontakt. „Wir stehen am Anfang unserer Arbeit, und unsere erste Aufgabe ist es, uns bei den Institutionen bekannt zu machen. Sie sollen wissen, dass es diese professionelle Hilfe für Flüchtlinge hier bei uns gibt", sagt Holzwarth. Und natürlich sollen es auch die Betroffenen selbst erfahren. Für die Flüchtlingsberater bedeutet das, sich bei den Familien vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Langfristiges Ziel ist es, den Flüchtlingen eine breitgefächerte und die bestmögliche Hilfe und Unterstützung in ihrer besonderen Lebenssituation zu bieten.

 

Bildunterzeile: Anne Frensch: „Asylbewerber beziehen 30 Prozent weniger Geld als Hartz-IV-Empfänger. Das ist menschenunwürdig."



Foto: Abteilungsleiterin

Regelind Holzwarth

Abteilungsleiterin
Familienpolitik
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Kontakt:
AWO Kreisverband Wesel e.V.
Rheinberger Str. 191
47445 Moers
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Tel.: (02841) 9421-53
holzwarth@awo-kv-wesel.de
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Weitere Informationen:

Am 1. März hat der Kreisverband Wesel die Flüchtlingsberatungsstelle vom AWO Kreisverband Viersen übernommen. Es gibt weiterhin die Beratungsstellen in Grefrath und Tönisvorst, und im Kreis Wesel bietet die AWO in Moers, Wesel und Dinslaken Flüchtlingsberatung an.