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Freiwilliges Engagement:

Gewinn für beide Seiten

Nichts zu tun – das kann Hans-Jürgen Eifler nicht ertragen. Vor fünf Jahren beendete eine große Entlassungswelle seine Arbeit als SAP-Projektleiter bei einer Stahlfirma. „Ich wollte etwas tun, und irgendwann bin ich zur Freiwilligen-Zentrale hier in Dinslaken gegangen", erzählt der 58-Jährige. Diese Zentralen, in denen Städte und Wohlfahrtsverbände ihre Angebote bzw. ihren Bedarf an freiwilligen sozialen Mitarbeitern veröffentlichen und bündeln, gibt es bundesweit. Seitdem erteilt Hans-Jürgen Eifler Nachhilfe – in der AWO Jugendwohngruppe Herderstraße und in der Wohngruppe an der Alleestraße. Heute warten Florian und Dennis auf ihn; die Schulbücher liegen schon auf dem Tisch.

AWO Freiwilliges Engagement

„Es macht großen Spaß, mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben, und es hält mich auch selbst geistig fit", sagt Eifler, der die Jugendlichen auch auf Vorstellungsgespräche vorbereitet und ihnen Allgemeinwissen vermittelt. „Herr Eifler hat mir den Rechenweg gezeigt, wenn ich was nicht verstanden habe", sagt Florian, der gerade seinen Förderschulabschluss gemacht hat. „Und wir lachen viel und machen auch mal Spiele." – „Rechenspiele", fügt Eifler mit einem Grinsen hinzu. Die Erfolgserlebnisse „seiner" Jugendlichen motivieren ihn. Während der drei bis vier Stunden, die er pro Woche in den Wohngruppen verbringt, lerne er eine Welt kennen, „die deutlich anders ist. Da wird einem erstmal klar, wie behütet man aufgewachsen ist", sagt der Dinslakener. Er hofft zudem, dass sein Einsatz potenzielle Arbeitgeber auf ihn aufmerksam macht.

„Der Begriff der ehrenamtlichen Tätigkeit hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt", sagt Evi Mahnke, die beim AWO Kreisverband Wesel die Koordinierungsstelle Ehrenamt leitet.

Das Ehrenamt finde traditionell seinen Platz in Vereins- oder Vorstandsarbeit, werde also von Menschen ausgeübt, die einem Verband oder Verein angehören. „Parallel dazu gibt es die freiwillige Tätigkeit, die unabhängig von Organisation und Träger ist. Die Menschen richten sich nach ihren individuellen Fähigkeiten und Vorlieben und wollen nicht unbedingt irgendwo Mitglied sein", erklärt Mahnke.

Die Mitarbeiter der AWO und der Freiwilligenzentralen beraten die Interessenten ausführlich und versuchen so, für jeden den perfekten Freiwilligen-Einsatzort zu finden. Bei der AWO haben Freiwillige immer einen hauptamtlichen Mitarbeiter als Ansprechpartner. „Wir bieten Fortbildungen an, und der Versicherungsschutz ist gewährleistet. Das ist Standard bei uns", betont Mahnke, die in regelmäßigem Kontakt mit den Einrichtungen des Kreisverbands steht.

Florian bewirbt sich jetzt übrigens als Beikoch. Bis er einen Ausbildungsplatz hat, will der 17-Jährige auf jeden Fall weiter dabei sein, wenn Hans-Jürgen Eifler Nachhilfestunden in der Wohngruppe gibt.

 

Bildunterzeile: Englisch ist nicht gerade Dennis' Lieblingsfach. Hans-Jürgen Eifler unterstützt den 14-Jährigen, damit er für die nächste Klassenarbeit gerüstet ist.



Foto: Koordinierungsstelle

Evi Mahnke

Koordinierungsstelle
Ehrenamt
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Kontakt:
AWO Kreisverband Wesel e.V.
Bahnhofstraße 1–3
47495 Rheinberg
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Tel.: (02843) 90705-22
Fax: (02843) 90705-30
mahnke@awo-kv-wesel.de
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Weitere Informationen:

Die Sozialpädagogische Tagesgruppe der AWO in Voerde-Möllen sucht derzeit Freiwillige für folgende Gebiete: kleinere Reparaturen, Kreativangebote, Ausflugbegleitungen und Unterstützung bei pädagogischen Tätigkeiten.

Kontakt: Ingo Matzke, Telefon (02855) 169379.