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AWO Betreuungsverein:

„Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe“

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Marion Fritsch arbeitet jeden Tag einen großen Berg Post ab, telefoniert, füllt Formulare aus, verschickt sie, dokumentiert, heftet ab. Das klingt nach einem ganz normalen Bürojob – ist es aber nicht. Die 51-Jährige ist leitende Sozialarbeiterin und zählt zu den 19 hauptberuflichen Mitarbeitern des Vereins für Vormundschaften und Betreuungen im AWO Kreisverband Wesel. „Das heißt, wir betreuen erwachsene Menschen, die ihre Angelegenheiten aufgrund psychischer Erkrankungen oder geistiger Behinderung nicht mehr ganz oder nur teilweise erledigen können", erklärt sie.

Etwa 600 Menschen werden derzeit vom Verein des AWO Kreisverbands Wesel betreut. „Die Zahl ist gestiegen", sagt die Sozialarbeiterin Gisela Schneider-Rötters. Auch die betreuten Menschen haben sich verändert. „Früher waren es meist ältere Menschen, und es ging meist um Wohnungs- und Heimangelegenheiten. Heute betreuen wir viele junge Menschen ab 18 Jahren, die psychisch erkrankt sind, Suchtprobleme und Schulden haben."

Unter anderem sind es Ärzte, Krankenschwestern, Sozialarbeiter der Stadt, manchmal aber auch Mitarbeiter von Banken oder Sparkassen, die eine Betreuung für einen Menschen anregen oder beantragen. Wenn sie merken, dass jemand nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu entscheiden, wenden sie sich an den Sozialen Dienst (Betreuungsbehörde) der Stadt. „Dann beginnt eine so genannte Sachverhaltsermittlung", sagt Fritsch. Über die Person wird ein Sozialgutachten und ein von einem Facharzt erstelltes fachpsychiatrisches Gutachten angefertigt und dem Amtsgericht vorgelegt. Der Betreuungsrichter prüft sie und spricht zudem mit dem Betroffenen. Falls der Richter auch zu der Überzeugung kommt, dass eine rechtliche Betreuung eingerichtet werden muss, wird ein Betreuer vorgeschlagen. „Das sind meist Angehörige ", so Fritsch. „Wenn es aber niemanden aus der Familie oder näherem Umfeld gibt, der diese Aufgabe übernehmen kann oder möchte, werden wir vom Amtsgericht als rechtlicher Betreuer bestellt."

In der Betreuungsurkunde, die immer ausgestellt wird und die als eine Art Ausweis gilt, steht ganz genau, um welche Bereiche sich die Betreuer kümmern müssen. Manchmal ist es vielleicht „nur" die „Sorge für Vermögen", manchmal aber auch eine ganze Palette an Dingen, zum Beispiel das „Geltendmachen von Rentenansprüchen, Regelung von Miet- und Wohnungsangelegenheiten und Gesundheitsfürsorge".

Marion Fritsch

Gerade jetzt zum Jahresende haben die Betreuer besonders viel zu tun – Anträge müssen neu gestellt und Verlängerungen neu beantragt werden. Aber nicht nur Formulare und Papiere gehören zum Arbeitsalltag eines Betreuers. „Das ist auch immer eine sehr persönliche Sache", betont Marion Fritsch. „Wir machen Hausbesuche und besprechen uns mit den Betroffenen."

Als Betreuerin zu arbeiten sei eine verantwortungsvolle Aufgabe, sagt Gisela Schneider-Rötters. Schließlich müsse man für einen anderen Menschen Entscheidungen treffen, manchmal auch sehr schwierige oder welche, die gegen seinen Willen gingen. Beispielsweise eine Operationseinwilligung oder die Einweisung in eine Klinik. „Doch wir sind fachlich sehr gut aufgestellt", so Gisela Schneider-Rötters. Zudem lege die Arbeiterwohlfahrt großen Wert auf Zusammenarbeit im Team, auf Fortbildungen, Supervisionen und einen regelmäßigen Austausch.

Allein, richtige Erfolgserlebnisse – dass eine Betreuung aufgehoben werden kann – sind selten. Marion Fritsch: „Es sind die kleinen Dinge, die uns freuen. Etwa wenn ein Betreuter seine Medikamente regelmäßig nimmt oder einen Beruf ausüben kann."



Der AWO Betreuungsverein bietet auch Informationen über Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen an.

Gisela Schneider-Rötters hält dazu Vorträge und berät zu diesem Thema jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr am Telefon (02841) 986016 oder per E-Mail unter schneider-roetters.btv@awo-kv-wesel.de

Weitere Informationen unter:
www.awo-betreuungsverein.de

Kontakt

AWO Verein für Vormundschaften und Betreuungen e.V.


Einrichtungsleitung:
Marion Fritsch

Neckarstr. 35
47443 Moers
Routenplaner aufrufen

Tel.: (02841) 9860-14
fritsch.btv@awo-kv-wesel.de

AWO Verein für Vormundschaften und Betreuungen e.V.

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47443 Moers
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Fax: (02841) 9860-12
btv@awo-kv-wesel.de

Verein für Vormundschaften und Betreuungen in der AWO KV Wesel e.V.

Vorsorge in persönlichen Angelegenheiten

Ansprechpartner/in:
Gisela Schneider-Rötters

Neckarstr. 35
47443 Moers
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