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AWO plant Wegzug aus Moers

Erweiterung der Geschäftsstelle scheitert an der Moerser Verwaltung

„Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Bernhard Scheid, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Wesel. Mit mehr als tausend Mitarbeitern ist der Sozialverband ein großer Arbeitgeber im Kreis. Jetzt muss der Verband seine Zentrale verlegen, weil es nicht möglich ist mit der Moerser Stadtverwaltung zu einer Einigung zu kommen. In Rheinberg freut man sich schon jetzt.

Scheid Anbau

Dabei hatte man schon lange gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung versucht, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Am Aschermittwoch erreichte dann die AWo die Absage von Bürgermeister Ballhaus. Mit dem Umzug der AWo-Hauptverwaltung verliert die Stadt Moers nicht nur einen Arbeitgeber, auch die jährliche Überweisung von Steuermitteln aus der Landeskasse an den klammen städtischen Haushalt wird sinken: Die Zuschusshöhe hängt auch von der Anzahl der Beschäftigten in der Stadt ab.

Für die 22 Awo-Mitarbeiter der Zentrale reicht der Platz im Gebäude an der Rheinberger Straße direkt neben dem alten Rheinkamper Rathaus schon lange nicht mehr aus, von den zehn Mitarbeitern, die eigentlich auch hier arbeiten sollten, ganz zu schweigen. Deshalb hat die Awo schon vor zwei Jahren eine Erweiterung am Standort geplant und sich seit anderthalb Jahren bei der Stadt um die Genehmigung für eine Erweiterung (Anbau) bemüht. Bislang erfolglos. Dabei war seitens der Verwaltung immer wieder der Anschein erweckt worden, dass es keine Probleme geben werde. So wurden der Verwaltung Pläne vorgelegt und ein mit ihr abgestimmtes, erforderliches Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben. Im September 2010 wurden deshalb seitens des Bauordnungsamtes auch keine Bedenken angemeldet. Der Bau sei genehmigungsfähig. Lediglich der Gestaltungsbeirat hatte Bedenken.

Es gibt nur ein kleines Problem, das bei einigem guten Willen schnell zu beseitigen wäre: Die Bebauungspläne reichen zu nahe an das Eigentum der Stadt Moers heran, sprich: die Grundstücksgrenze reicht dicht an den geplanten Anbau des AWo-Verwaltungsgebäudes heran. Als Lösung bieten sich zwei Varianten an: die Stadt erlaubt das Bauen an der Grundstücksgrenze und lässt eine entsprechende Baulast eintragen oder, zweite Möglichkeit, die Stadt verkauft dem Verband den Landstreifen. Der Abstand zwischen dem Rathaus und dem geplanten Neubau wäre immer noch beträchtlich und ausreichend. Da die Stadt aber weder Baulasteintrag noch dem Verkauf eines schmalen Landstreifens zustimmt, hat der Bauausschuss, so behauptet Ballhaus, inzwischen „Nein“ gesagt.

Blick auf die Rheinberger Straße

Ein zwischendurch einmal aufgetauchtes „Argument“ Denkmalschutz dürfte auch wenig stichhaltig sein, da das alte Rheinkamper Rathaus schon längst nicht mehr ein Solitär in der Baulandschaft ist. Gegenüber findet sich das gläserne Riesengebäude eines Autohauses, dahinter die Bowlingbahn. Und letztlich wäre die Awo bereit, sich mit ihren Planungen an den Vorstellungen der Stadt zu orientieren und eine gemeinsame Lösung zu finden. Aber da kommt nichts. Scheid: „Von der Verwaltung erwarte ich eigentlich, dass sie nicht nur ablehnt sondern auch Lösungen aufzeigt, wie es gehen könnte. So haben wir nur Kosten gehabt und hätten schon längst unsere neue Zentrale eröffnen können. In der Nachbarschaft rollt man uns den roten Teppich aus.“ Und mit Blick auf das schon längst investierte Geld für Vorleistungen: „Damit hätten wir sicher Besseres anfangen können.“

Der Hinweis, die AWo könne das alte Rathaus Rheinkamp übernehmen, sei abwegig. „Das Gebäude ist dreimal zu groß und das ist eine heruntergekommene Ruine, in der seit 40 Jahren nichts gemacht worden ist. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, müssten wir jede Kleinigkeit genehmigen lassen,“ ärgert sich Scheid. Auch ein Behindertenaufzug, auf den Bürgermeister Ballhaus als „Investition“ hinweist, ändere nichts daran. Außerdem werde das Gebäude derzeit noch von der Verwaltung belegt, bis das neue Rathaus fertig ist.  So bleibt der AWo nur der Wegzug aus Moers.



Info

Der AWO Kreisverband Wesel hat 15 Ortsvereine und zirka 3500 Mitglieder. Etwa 200 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in den 130 Einrichtungen im Kreis; festangestellt arbeiten hier rund 1000 Mitarbeiter.

Weitere Informationen unter:
www.awo-kv-wesel.de

Kontakt

Foto: Geschäftsführer des

Bernhard Scheid

Geschäftsführer des
AWO Kreisverband Wesel e.V. (bis 31.12.2017)
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47495 Rheinberg
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AWO Geschäftsführer Bernhard Scheid zeigt auf die Anbaufläche