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Unermüdlich und engagiert

Franz von Ostrowski hat 1980 den Xantener Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt gegründet. Jetzt zieht er sich aus dem aktiven Geschehen zurück.

(Xanten) Besucher fühlen sich bei Franz von Ostrowski sofort willkommen. Er und seine Frau servieren Kaffee und Plätzchen, überall stehen frische Blumen, und an den Wänden hängen viele Erinnerungsstücke – Stiche und Bilder aus der alten Heimat, dem heutigen Polen, und Litauen. Von Ostrowski, der sich jetzt aus dem aktiven AWO-Geschehen zurückzieht, hat 1980 den Ortsverein Xanten gegründet. „Anfangs hat man geschmunzelt und gesagt ,Das schaffst du nie‘“, erzählt der 75-Jährige, der 1958 mit seiner Mutter und seinem Großvater als Spätaussiedler von Polen nach Deutschland kam. „Aber wir haben es geschafft, und gerade so die 17 Personen gefunden, die notwendig waren", sagt von Ostrowski, der eine kaufmännische und eine Ausbildung zum Schnapsbrenner sowie zum rettungsassistenten gemacht hat. Elf Jahre arbeitete er in der Buchhaltung einer Textilfirma, und war danach im Rettungsdienst tätig. „Nebenbei“ engagierte er sich ehrenamtlich für den Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt. Bis jetzt ­– 31 Jahre lang. „Nun lasse ich es etwas ruhiger angehen“, meint der Xantener.

Franz von Ostrowski

Seine neu gewonnene Freizeit genießt Franz von Ostrowski im liebevoll gepflegten Garten,  beim Schnitzen, mit seinen Enkeln, beim Pilze sammeln, oder, am allerliebsten, auf dem Seegrundstück, das er und seine Frau sich vor einiger Zeit in Polen gepachtet haben. „Da machen wir jedes Jahr Urlaub“, sagt von Ostrowski. Seine ostpommersche Herkunft spielte auch bei der AWO immer eine wichtige Rolle. „Als 1981 das Kriegsrecht in Polen verhängt wurde, haben wir uns kurzerhand entschieden, eine humanitäre Hilfsaktion zu starten“, sagt von Ostrowski, der fließend Polnisch, außerdem Russisch und Ukrainisch spricht. Gesagt, getan. Innerhalb weniger Tage sammelten er und unzählige Mithelfer kistenweise Lebensmittel. „Viele Vereine haben uns dabei unterstützt, eine Xantener Firma hat einen LKW gestiftet, eine andere hat eine Wagenladung voller Brot gebacken, und zu Ostern haben wir mit unseren Hilfsgütern Warschau erreicht.“

Noch weiter östlich ging es zehn Jahre später kurz nach der Perestroika. Durch eine persönliche Bekanntschaft mit einer Litauerin kam ein Kontakt in die litauische Stadt Jurbakas (Georgenburg) zustande. „Wir haben ein Spendenkonto und eine Sammelstelle für Hilfsgüter eingerichtet“, erzählt von Ostrowski. „Die Idee für die Aktion hatten wir am achten Dezember, und elf Tage später standen wir mit drei Lastwagen vor den Toren von Jurbakas. Das war Wahnsinn.“ Und ein großer Erfolg. Für sein unermüdliches Engagement ist Franz von Ostrowski mehrfach ausgezeichnet worden. Unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und der Marie-Juchacz-Medaille der AWO. Seine Heimatstadt Bytow hat ihm die Ehrenmedaille und die Stadt Jurbakas die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Im Keller reihen sich buchstäblich meterweise Ordner aneinander. Darin hat von Ostrowski alle seine Tätigkeiten für die AWO sorgfältig dokumentiert. So zum Beispiel die beliebten Studienfahrten in die Pommersche und Kaschubische Schweiz oder durch „Rübezahls Bergwelt“. Als ortskundiger Reiseleiter vermittelte von Ostrowski einzigartige Einblicke und sicherlich auch die ein oder andere länderübergreifende Freundschaft.

Ob ihm langweilig wird, so ganz ohne AWO? Franz von Ostrowski bezweifelt das. Zu tun gibt es schließlich genug. Im Garten. Auf dem Seegrundstück. Und Mitte Juli ist er auch schon „verplant“: Die Stadt Jurbakas feiert ihr 400. Jubiliäum, und als Ehrenbürger ist er zu dieser besonderen Veranstaltung natürlich eingeladen.

 

-zur freien Verfügung-
Autorin: Annette Feldmann
AWO Kreisverband Wesel
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Info

In insgesamt 15 AWO-Ortsvereinen engagieren sich zahlreiche Frauen und Männer ehrenamtlich und bieten kreisweit in offenen Begegnungsstätten und Treffpunkten Hilfen und Beratung für Menschen an, die Hilfe notwendig haben. Ganzjährig finden vielfältige Aktivitäten für Menschen jeglichen Alters statt. Und man trifft sich bei der AWO zum Kennenlernen, einfach mal zum klönen oder um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam mit anderen die Freizeit nach eigenen Wünschen zu gestalten.

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Ehrenamt, QM-Beauftragte
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