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„Eine Tüte Brabbelbonbons, bitte“

Die „Brabbelbonbons“, die Theaterpädagogin Petra Spee in der AWO-Kindertagesstätte „Altes Rathaus“ in Kamp-Lintfort verteilt, verursachen absolut keinen Karies. Vielmehr gehören sie zu den beliebten Phantasie-Spielen im Rahmen des Projekts Sprache und Integration.

Das Projekt, das finanziell vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, erstreckt sich über drei Jahre und unterstützt die Kinder in spielerischer Weise in ihrer Sprachentwicklung. „Hierbei handelt es sich übrigens nicht um Extrastunden oder einen Kurs, sondern das Projekt ist fest im Kita-Alltag integriert“, betont die Einrichtungsleiterin Angela Thomé. Man sei zudem sehr froh, dass man Petra Spee dafür gewinnen konnte. Denn sie ist nicht nur professionelle Theaterpädagogin, sondern auch ausgebildete Heilerziehungspflegerin.

Fest in den pädagogischen Alltag integriert sind theaterpädagogische Angebote und Projekt. Heute holt Petra Spee sechs bis acht Kinder aus einer Gruppe ab und geht mit ihnen in den Theaterraum, der extra für das Angebot zur Verfügung steht. Dort läuft immer dasselbe Ritual ab. Sie ziehen ihre Schuhe aus und krabbeln alle zusammen auf die große grüne Decke, die ausgebreitet auf dem Boden liegt. „Wir machen uns ganz klein, sind ganz leise“, sagt Spee, und alle bemühen sich eifrig, so winzig und still wie möglich zu werden. „Jetzt werden wir größer und lauter.“ Die Kinder recken ihre Arme hoch in die Luft, wackeln mit den Fingern und lassen ihren Stimmen freien Lauf.

AWO Kita Tehater

Endlich kommt das Schönste. Petra Spee hat eine Tüte „Brabbelbonbons“ mitgebracht, die sie großzügig an die Kinder verteilt. Jeder packt eines aus, steckt es in den Mund, schleckt scheinbar genüsslich und beginnt daraufhin, diesmal in Wirklichkeit, zu brabbeln, zu murmeln und zu nuscheln. „Ich arbeite sehr viel mit solchen Imaginationen, denn sie regen die Phantasie an“, erklärt Spee. Das zwanglose sich-Beschäftigen mit Geräuschen, viele Wiederholungen und vor allem die Bewegung, Gestik und Mimik fördern spielerisch das Sprachvermögen der Kinder. „Mir ist es wichtig, dass sich die Kinder mit ihren Körpern auseinandersetzen“, betont Petra Spee. Reize von außen, wie zum Beispiel Spielzeug, Bilder oder Musik haben im Theaterraum keinen Platz. Die Konzentration liegt allein auf den Spielen und Übungen, die die Theaterpädagogin mit den Kindern durchführt.

Etwa 45 Minuten dauert das Angebot auf der grünen Decke, dann kommt das Abschlussritual, die „Tschüss-Rakete“. Dabei wird es, wie der Name vermuten lässt, ganz schön laut. „Vieles geht hier übers Vormachen, und die Kinder haben Spaß daran, wenn Erwachsene auch mal Quatsch machen“, sagt Spee. Wahrscheinlich ist das mit ein Grund, weshalb sie hinterher dann fragen: „Wann gehst du wieder mit uns in den Theaterraum?“

-zur freien Verfügung-
Autorin und Bildninweis: Annette Feldmann
für den AWO Kreisverband Wesel
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Info

Der AWO Kreisverband Wesel bietet in den Tagesstätten Plätze für Kinder im Alter zwischen vier  Monaten und 14 Jahren an.

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Benjamin Walch

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