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AWO Bufdis:

„Ein guter Einblick“

Seit im vergangenen Jahr der Bundesfreiwilligendienst (BFD) den Zivildienst abgelöst hat, sind auch bei der AWO in Moers die so genannten „Bufdis” tätig. 

„Bei uns im AWO Seniorenzentrum Willy-Brandt-Haus sind im Moment sechs junge Frauen beschäftigt – drei im Bundesfreiwilligendienst und drei im Freiwilligen Sozialen Jahr”, sagt Horst Ingensand, Leiter des Referats Altenpolitik im AWO Kreisverband Wesel. 

Beide Dienste existieren nebeneinander, „das ist Unfug“ kritisiert Ingensand. Er plädiert dafür, „beide Dienste zusammenzulegen und neu zu strukturieren. Die derzeitige Situation ist schwierig, da die Rahmenbedingungen weder gleich noch eindeutig seien.“ 

Ingensand und Uwe Katzor, Einrichtungsleiter des Willy-Brandt-Hauses, freuen sich, dass so schnell Menschen am Bundesfreiwilligendienst interessiert waren und sich beworben haben. „So konnte die Lücke, die durch den auslaufenden Zivildienst entstand, teilweise durch den BFD gefüllt werden”, sagt Ingensand.

Doch Veränderungen hat der neue Dienst natürlich trotzdem mit sich gebracht. „Waren es vorher junge Männer, die hier als Zivis gearbeitet haben und auch schonmal dem Hausmeister zur Hand gegangen sind, beschäftigen wir nun eher junge Frauen, die an Pflegeberufen interessiert sind“, berichtet Katzor. 

AWO Bufdis

So wie Jennifer Kreitzen aus Kamp-Lintfort. Die 20-Jährige hatte sich zunächst als Auszubildende im AWO Seniorenzentrum beworben, doch es war kein Platz mehr frei. „Herr Katzor hat mir dann angeboten, hier ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen“, sagt Jennifer Kreitzen, die in der Pflege und beim Essen anreichen hilft. „Das war eine gute Idee, also habe ich das gemacht und nutze diese Zeit als Überbrückungsjahr, in dem ich weitere Erfahrungen sammeln kann.“ Mit Erfolg – demnächst beginnt die junge Frau ihre dreijährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin.

„Die berufliche Orientierung und die Informationen zur Ausbildung gehören zu den Vorteilen des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahres“, sagt Ingensand. „Die Freiwilligen erhalten bei uns einen guten Einblick in die Altenpflege, und wenn sich die Möglichkeit einer Ausbildung ergibt, dann machen wir das auch.“

Anders als Jennifer Kreitzen, der schon immer klar gewesen ist, dass sie in der Gesundheitspflege arbeiten wollte, dachte Blessing Oloton zunächst daran, Bürokauffrau zu werden. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist“, sagt die 18-Jährige aus Kamp-Lintfort, die jetzt im AWO Seniorenzentrum Willy-Brandt-Haus ihren Bundesfreiwilligendienst macht. „Mir gefällt hier alles! Das hätte ich früher nie gedacht. Und meine Ausbildung möchte ich auf jeden Fall auch in diesem Bereich machen“, sagt sie. 

Von ihren Tätigkeiten macht es übrigens keinen Unterschied, dass die eine FSJlerin und die andere ein Bufdi ist. Denn eines haben beide gemeinsam: „Die meiste Freude bereitet es uns, ältere Menschen glücklich zu machen.“

 

-zur freien Verfügung-
Autorin: Annette Feldmann
AWO Kreisverband Wesel
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Bildunterschrift: Josefa Wahner (89) freut sich immer besonders, wenn Jennifer Kreitzen und Blessing Oloton bei ihr vorbeischauen.

Bildhinweis: Annette Feldmann



Info

270 Freiwillige sind überregional bei der AWO Niederrhein als FSJler und Bufdis engagiert. Im AWO Seniorenzentrum Willy-Brandt-Haus in Moers sind derzeit sechs Freiwillige beschäftigt. Das Altenwohn- und Pflegeheim, das 1995 eröffnet wurde, hat 120 Betten und das Betreuungskonzept ist darauf ausgerichtet, die Unabhängigkeit der Bewohner zu erhalten.

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