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Stellungnahme:

Streichung der Zuschüsse für die Begegnungsstätten

Sehr geehrte Frau zum Kolk,

zu der von der Verwaltung vorgeschlagenen Streichung der Zuschüsse für den Betrieb der Seniorenbegegnungsstätten möchten wir wie folgt Stellung nehmen:

 

Allgemeines

Altern ist ein normaler Prozess in unserer Gesellschaft. Der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt stetig. Die AWO trägt dieser Entwicklung Rechnung und bietet ein umfassendes Spektrum an Leistungen für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Die Begegnungsstätten sind ein Kernelement der offenen Altenarbeit. Senioren wird hier die Möglichkeit geboten, Freiräume für die Entwicklung selbstorganisierter und selbstbestimmter Aktivitäten und Projekte zu nutzen.

Somit können die Begegnungsstätten zur Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen, sowie zur Förderung eigener Fähigkeiten in erheblichem Umfang beitragen.

In diesem Sinne sind sie einerseits Orte der Entspannung und Freude, darüber hinaus aber auch Ausgangspunkt und Quelle sozialen und gesellschaftlichen Engagements weit über die Grenzen einer Begegnungsstätte hinaus.

 

Ziele und Aufgaben

Die Aufgabenstellungen und Zielsetzungen heutiger Seniorenbegegnungsstätten stellen sich als vielfältiges Netz von Angeboten und Veranstaltungen dar. 

 

Sie sind wesentlicher Bestandteil der sozialen Infrastruktur und dienen zunächst einmal als wohnortnahe Treffpunkte für ältere Einwohner/innen der jeweiligen Stadtbereiche. Somit beugen sie mit ihrem Freizeitangebot sozialer Vereinsamung vor und unterstützen die Bildung sozialer Netzwerke im Wohnquartier und Stadtteil. Sie dienen damit auch dem Erhalt von nachbarschaftlichen Beziehungen. Die Nutzer haben dabei die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse und Anforderungen an „ihren“ Sozialraum zu artikulieren und sorgen somit für eine Auseinandersetzung mit den Entwicklungsmöglichkeiten und Erfordernissen im jeweiligen Wohnbereich. Sie dienen damit auch dem Erhalt der Kommunikationsförderung und Mobilität ihrer Nutzer. Darüber hinaus sollen sie ein wohnortnahes und sozialraumorientiertes Angebot an unterstützenden und beratenden Leistungen vorhalten. Durch die Einrichtung fester wöchentlicher Beratungstermine bieten sie den Einwohnern/-Einwohnerinnen die Möglichkeit zu dezentralen Anlaufmöglichkeiten für ihre möglichen vielfältigen Probleme und Fragestellungen. Entweder durch direkte persönliche Beratung oder durch Weiterleitung an die entsprechenden fachlichen Stellen sind sie somit wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur eine Kommune.

Weiter verweisen wir hier auch auf die mehrjährige von der Stadt Moers finanzierte Arbeit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. an der TU Dortmund, die in ausdrücklicher Weise die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Arbeit dieser Begegnungsstätten attestiert.

Bei Aufgabe dieser Begegnungsstätten würde es zwangsläufig zu Folgekosten kommen, die durchaus auch von der öffentlichen Hand finanziert werden müssten.

Weitere detailliertere Informationen können auch den umfangreichen Konzeptionen der einzelnen Begegnungsstätten entnommen werden.

 

Auswirkungen

Leider enthält der Verwaltungsvorschlag, die Zuschüsse komplett zu streichen, keine Informationen über die Folgen der Schließung für die Mitarbeiter/innen und die jeweiligen Träger der Einrichtungen.

Für uns würde die Streichung oder Kürzung der Zuschüsse unweigerlich zur Schließung unserer sechs Begegnungsstätten und zu betriebsbedingten Kündigungen aller sechs Mitarbeiter/innen führen.

Die Kosten für die zu zahlenden Abfindungen unseres Personals, das zwischen einem und 26 Jahren! bei uns beschäftigt ist, belaufen sich auf über 42.000 Euro (Stand 30.06.2012) und würde die Träger vor Ort, unsere Ortsvereine, völlig überfordern.

Wir bitten darum, dies in den anstehenden Beratungen zu berücksichtigen. 

Im Übrigen bitten wir auch darum, bei den anderen Sparvorschlägen auf die jeweiligen Konsequenzen für die Nutzer und Besucher der Einrichtungen sowie die Folgen für den jeweiligen Träger hinzuweisen.

Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Scheid
Geschäftsführer

 

 



Foto: Geschäftsführer des

Bernhard Scheid

Geschäftsführer des
AWO Kreisverband Wesel e.V. (bis 31.12.2017)
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47495 Rheinberg
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