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zu der geplanten Streichung des städtischen Zuschusses für die interkulturellen Zentren in Moers

Besetzung IZ

Besetzung des AWO Internationalen Bürgerzentrums (IZ) in Repelen

 

Freitag, der 31. August 2012

9.45 Uhr: Das IZ liegt noch still und verschlafen da. So mancher Parkplatz steht leer.

10.00 Uhr: Vereinzelt betreten Leute die Rampe und verschwinden im Café. Radfahrer, beladen mit Schlafsäcken und Isomatten treffen ein. Es werden immer mehr:

Ältere, Jüngere,  Männer, Frauen und Kinder. Im Inneren findet bei türkischem Tee eine Lagebesprechung statt. Es wird aufgeregt über die Sparmaßnahmen der Stadt Moers diskutiert, die zur Schließung das IZ führen werden.

10.30 Uhr: Das Bild auf dem IZ-Gelände hat sich verändert. An der Front des Hauses hängen nun riesige Spruchbänder. „Hausbesetzung“ und „ Widerstand gegen die Schließung des IZ“  kann man hier lesen. Im Garten stehen Zelte. Besucher und Besucherinnen machen es sich auf Decken, Schlafsäcken, Federbetten und Kopfkissen bequem, die bei jedem Regenschauer schnell wieder im Zelt verschwinden.

11.00 Uhr: Der überraschte Leiter des Zentrums, Özdilek Şimşek, greift zum Telefon und informiert  die Presse über die Besetzung des IZ.

11.30 Uhr: Pressekonferenz mit einem Reporter der Rheinischen Post, Herrn Şimşek und allen Aktivisten und Aktivistinnen, die übrigens Teilnehmende aus den verschiedensten Gruppen des Hauses sind. Auch die Geschäftsführung der AWO wird informiert und entsendet eine Vertreterin ins Zentrum. Sie unterstützt die Gruppe mit Argumenten, Obst, Leckereien und Getränken.

Warum ein derartiger Aufwand?

Die Menschen setzen sich massiv für den Erhalt dieses Begegnungszentrums ein, weil

  • 34% der Bevölkerung in Repelen Migrationshintergrund haben.
  • so viele Kontakte der verschiedenen Kulturen hier entstanden sind und fortgesetzt werden sollen.
  • eine hohe gegenseitige Wertschätzung dadurch gewachsen ist.
  • hier die Möglichkeit besteht, die kulturelle Identität zu pflegen, die den Teilnehmenden einen starken Halt gibt.
  • es regen Austausch in Gesprächen und im gemeinsamen Handeln gibt.
  • die Teilnahme an Sprachkursen für viele den ersten Kontakt nach außen darstellt.
  • man sich im Austausch mit anderen Gruppen auch anderen Themen und Lebensbereichen öffnen kann.
  • man hier wertvolle Informationen erhalten kann.
  • Eltern bei der Erziehung begleitet und Kinder gefördert werden.
  • die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieses Zentrums die Interessen der Teilnehmenden in die politischen Gremien tragen.

Alle Beteiligten sind sich einig:
Das IZ in Repelen muss erhalten bleiben, um hier den sozialen Frieden zu sichern.

 

Offener Brief zur geplanten Haushaltskürzung vom IZ / Internationale Frauenbegegnung im IZ:

 

Lieber Ibrahim Yetim,

wir, als Internationale Frauenbegegnung im IZ, haben Sie am 9. Februar 2012 im Landtag besucht, um uns über die Arbeit unseres Moerser Abgeordneten zu informieren. Es war ein interessanter Tag in Düsseldorf, für den wir uns noch einmal herzlich bedanken möchten. 

Nun möchten wir Sie um Unterstützung in eigener Sache bitten. Wir haben gehört, dass im Zuge der Haushaltssanierung die Interkulturellen Zentren, also auch das Internationale Bürgerzentrum an der Talstraße, geschlossen werden sollen. Das würde für uns bedeuten, unsere Arbeit als Internationale Frauenbegegnung nicht mehr fortführen zu können. Wir hätten keinen Ort mehr, an dem wir uns treffen können. Wir hätten keine organisatorische Unterstützung mehr. Wir hätten keine Möglichkeit mehr, unser Programm zu veröffentlichen. Die Auflösung unserer Frauengruppe wäre ein Verlust nicht nur für jede einzelne von uns, sondern ein Rückschritt für die Integration in Repelen!

Wir sind Frauen aus Italien, der Türkei, Afghanistan, Spanien, Sri Lanka, Serbien, Deutschland, Korea u.a. und wir sind Multiplikatorinnen. 

Unsere Erfahrungen mit den Frauen aus anderen Kulturkreisen sind auch Thema in unseren Familien und Freundeskreisen. Nicht zuletzt ermutigen sie uns als Frauen, unseren eigenständigen Weg im Leben zu gehen.

Wir bitten Sie sehr herzlich, sich für den Erhalt unseres Internationalen Bürgerzentrums einzusetzen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Namen der Gruppe 

Gez. 
Anne Sarholz (Internationale Frauenbegegnung) und
Elif Üğdüler (Freundeskreis)

Offener Leserbrief vom ARIC-NRW e.V.:

 

Streichung des städtischen Zuschusses für die interkulturellen Zentren

Mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Stadtverwaltung Moers zur Sanierung des städtischen Haushaltes vorschlägt, neben anderen Kürzungen die kommunalen Zuschüsse für den Betrieb der Interkulturellen Zentren in der Stadt, Der Bunte Tisch Moers e.V., Internationaler Kulturkreis Moers e.V. und Internationales Bürgerzentrum der AWO, ab dem Jahr 2013 komplett zu streichen. Für das interkulturelle friedliche Miteinander in Moers, für das die drei vorgenannten immer wieder entscheidende Impulse gesetzt haben, würde die Umsetzung dieses Vorschlags einen schweren Schlag bedeuten.

Wir, das Anti-Rassismus Informations-Centrum, ARIC-NRW e.V. als landesgeförderte Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit arbeiten seit über 15 Jahren mit dem Internationalen Bürgerzentrum der AWO in Moers-Repelen zusammen. Das IZ hat sich mit seinem transkulturellen Team stets sehr pragmatisch für das interkulturelle Zusammenleben in Repelen auf der Grundlage von Respekt und Anerkennung eingesetzt. Zudem gehört das Internationale Bürgerzentrum – über den eigenen verbandlichen Tellerrand hinaus agierend- landesweit zu unseren verlässlichsten Partnern bei der Verbreitung unseres Gleichbehandlungs- und Antidiskriminierungsansatzes, den in Moers umzusetzen die engagierten IZ-KollegInnen nie müde geworden sind.

Eine Streichung des städtischen Zuschusses würde für das Internationale Bürgerzentrum und die anderen interkulturellen Zentren das Aus bedeuten und wir würden einen Verbündeten in unserem Engagement für gleiche Rechte aller in Deutschland lebenden Menschen verlieren.

 

Hartmut Reiners, 
Geschäftsführer 
Anti-Rassismus Informations-Centrum,
ARIC-NRW e.V., Duisburg

 



Özdilek Simsek

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Kontakt:
AWO Internationales Zentrum
Talstr. 12
47445 Moers
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Tel.: (02841) 71143
Fax: (02841) 72976
iz@awo-kv-wesel.de
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