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Müntefering bei der AWO in Voerde: „Menschen
dürfen nicht in Einsamkeit verkommen“

SPD-Urgestein Franz Müntefering hat das AWO-Seniorenzentrum Elisabeth-Selbert-Haus in Voerde-Friedrichsfeld besucht. Zusammen mit Dr. Ulrich Krüger, dem SPD-Bundestagskandidaten, informierte sich der ehemalige Parteivorsitzende der Sozialdemokraten und Bundesminister bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Situation in der Pflege. Im Mittelpunkt stand die Frage: Was kann die Politik leisten, damit in unserer Gesellschaft ein würdevolles Leben im Alter und, am Ende des Weges, ein würdevolles Sterben möglich ist?

Müntefering besucht AWO

Müntefering machte deutlich, dass eine zeitintensivere Betreuung und Pflege nur funktionieren könne, wenn die Menschen in pflegerischen Berufe eine höhere Wertschätzung erführen. „Wir müssen diese Berufe attraktiver machen. Andernfalls kriegen wir im Wettbewerb der Berufe nicht genug Fachpersonal. Wenn in Kindergärten und Pflegeheimen mehr Männer arbeiten würden, wären dort die Gehälter längst viel höher“, sagte der frühere Vizekanzler. Die Pflegedienstleiterin Suzan Kagba bestätigte das: „Es ist schwierig, kompetente Fachkräfte zu bekommen.“ AWO-Kreisgeschäftsführer Bernhard Scheid plädierte ebenfalls für eine bessere Bezahlung. „Pflegefachkräfte verdienen zu wenig, haben aber hohe gesundheitliche Risiken wie etwa Bandscheibenschäden und Burnout. Mit 50 oder 55 Jahren können viele den Pflegeberuf nicht mehr ausüben. Bei Erwerbsminderungsrenten und den Möglichkeiten der Frühverrentung muss etwas passieren“, gab Scheid den Politikern mit auf den Weg.

Müntefering besucht AWO

Müntefering sprach sich für eine Pflegereform aus, damit den älteren Menschen mehr Zeit gewidmet werden könne. Das kostet Geld, weiß er, und deshalb will seine Partei eine Pflegebeitragserhöhung um einen halben Prozentpunkt. Mehr Zeit würde zum Beispiel bedeuten, dass dementielle Veränderungen bei älteren Menschen oft früher erkannt werden könnten. „Für Demenzerkrankte müssen wir mehr tun“, sagte Müntefering – und bekannte: Als 1995 die Pflegeversicherung eingeführt wurde, wurde der Demenzbereich ausgeklammert. Das sei ein Fehler gewesen, gab Müntefering zu. Alle Politiker – auch er selbst – hätten die Dimension damals völlig verkannt.

Nach Ansicht Münteferings wird noch zu wenig getan, um Wohnungen altersgerecht umzubauen. „Städte, Gemeinden und Kreise müssen die Möglichkeiten bekommen, entsprechende Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Dazu gehört auch eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen“, so der 73-Jährige, der nicht mehr für den Bundestag. Die eigene Wohnung dürfe für Senioren nicht zum Gefängnis werden. „Menschen dürfen nicht in Einsamkeit verkommen. Einsamkeit ist die am meisten verbreitete Krankheit, die wir haben“, sagte Müntefering.

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Franz Müntefering (3.v.r.) und Dr. Ulrich Krüger (r.) besuchten das AWO-Seniorenzentrum Elisabeth-Selbert-Haus in Voerde. An dem Gespräch nahmen auch die frühere SPD-Ratsfrau Margret Neukäter (2.v.r.) und Pflegedienstleiterin Suzan Kagba teil.

Download Müntefering besucht AWO (1 MB)
Franz Müntefering (3.v.r.) und Dr. Ulrich Krüger (r.) im Gespräch mit Mitarbeitern der AWO. Die frühere SPD-Ratsfrau Margret Neukäter (2.v.r.) lebt heute im AWO-Seniorenzentrum Elisabeth-Selbert-Haus.

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