Vierter CSD in Neukirchen-Vluyn verlief friedlich – rund 400 Teilnehmer*innen, Prominenz und der AWO KV Wesel waren dabei
Teilnehmer*innenrekord geknackt
Bunt, schrill, laut – vor allem aber friedlich und harmonisch, war die Atmosphäre beim vierten Christopher Street Day in „Neuqueerchen“-Vluyn am Samstag.
Das Wetter spielte mit und die Organisator*innen konnten sich über einen Teilnehmer*innenrekord freuen: Rund 400 Menschen, das sind gut 100 mehr als im vergangenen Jahr, feierten mit. Dabei verwandelte sich die Niederrheinallee wieder in eine schillernde Meile. Mit dabei war auch mittlerweile zum vierten Mal: Drag-Queen Fiona Fabulous aus Düsseldorf, die als Stil-Ikone dem Ganzen noch die Krone aufsetzte.
Treffpunkt war, wie auch in den Vorjahren, die Bergmannsskulptur in der Siedlung „Dicksche Heide“. Überall wehten Regenbogenfahnen, Seifenblasen schwebten durch die Luft, aus den Boxen drangen vor allem Songs von „Lady Gaga“. Gegen 14.15 Uhr bewegte sich die Parade für rund zwei Kilometer in Richtung Vluyner Platz. Viel Polizeipräsenz gab ein größeres Sicherheitsgefühl. „Dass wir die Teilnehmer*innenzahl in jedem Jahr noch toppen können, freut uns riesig“, so Organisator Christian Pelikan, Sprecher der Grünen in Neukirchen-Vluyn.
Nach einem gut einstündigen Fußmarsch traf die Parade am Vluyner Platz ein, wo Infostände und kulinarische Köstlichkeiten auf die Besucher*innen warteten. Die Partyband „Schlagersahne“ stand schon in den Startlöchern, zuvor gab es jedoch noch einige Grußworte aus der Politik. Neben Ingo Brohl (CDU), Landrat des Kreises Wesel, der in diesem Jahr auch die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte, waren zudem die Bundestagsabgeordneten Jan Dieren (SPD) und Ulle Schauws (Bündnis90/Die Grünen) zu Gast sowie die Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Katharina Dröge. Gemeinsam mit den Bürgermeisterkandidat*innen von Neukirchen-Vluyn, Diane Vormann (Die Linke), Dennis Schönke (parteilos), Richard Stanczyk (SPD und Bündnis90/Die Grünen) und Landratskandidat Dr. Peter Paic (SPD), begleiteten sie den bunten Umzug und standen dann in einer kurzen Talkrunde zu Themen der queeren Community mit kommunalem Bezug Rede und Antwort. Ingo Brohl: „Ich freue mich sehr heute als Landrat und zugleich als Schirmherr dieser Veranstaltung zu Ihnen sprechen zu dürfen. Der CSD ist weltweit ein starkes Signal, ein starkes Symbol für Toleranz, Respekt und Menschenwürde und ein selbstbestimmtes Leben, unabhängig von geschlechtlicher sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. Er ist in meinen Augen aber auch ein deutliches Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung und für die uneingeschränkte Achtung der universellen Menschenrechte. Ich habe deshalb aus voller Überzeugung und gerne die Schirmherrschaft des größten CSD im Kreis Wesel übernommen, hier in Neukirchen-Vluyn. Ich bin zutiefst überzeugt, eine freie vielfältige Gesellschaft fällt eben nicht vom Himmel, sie braucht eine klare Haltung, engagierte Menschen, Räume und Tage wie diesen, an dem Sichtbarkeit gefeiert und Vielfalt gelebt wird.“
Katharina Dröge machte deutlich: „Ich finde es gerade in Zeiten wie diesen wichtig, dass ein Christopher Street Day überparteilich stattfindet, dass viele unterschiedliche demokratische Parteien gemeinsam für die Verteidigung von Menschenrechten einstehen. Wir können im Alltag politisch miteinander streiten, aber es gibt ein paar Themen, die sollten uns miteinander verbinden und das ist die Verteidigung von Menschenwürde und Menschenrechten. Das ist der Anspruch darauf, dass jeder Mensch in diesem Land das Recht hat einfach zu sein, wer sie/er ist, einfach zu lieben, wen sie/er lieben möchte. Das ist so eine Selbstverständlichkeit. Wir brauchen ein starkes gemeinsames und überparteiliches Zeichen und genau dafür sind wir heute alle hier.“
Alle Parteivertreter*innen zeigten eine klare Haltung für den Christopher Street Day: die Regenbogenfahne als Symbol für Offenheit, Toleranz und Vielfalt hat eine besondere Bedeutung.
Nach einigen Stunden mit lockeren Gesprächen und bei bester Stimmung, ging der vierte CSD in „Neuqueerchen-Vluyn” zu Ende. Die Partei Bündnis 90/Die Grünen und Kulturprojekte Niederrhein organisierten den kompletten CSD erneut. Der Erfolg spricht für sich!
